Kategorie: Gerhard Munthe

Kategorie: Gerhard Munthe

Gerhard Munthe war ein norwegischer Künstler, der als Landschaftsmaler, Zeichner, Dekorationskünstler und Kunstautor bekannt war. Er war eine seltene Kombination aus intellektuellen und emotionalen Qualitäten, und seine große Arbeit spiegelte sich in seinen Werken wider. Er war ein Vertreter der Stilentwicklung in der norwegischen Malerei ab ca. 1870 bis Anfang des 20. Jahrhunderts, und seine dekorative Kunst aus den 1890er Jahren wurde vom europäischen Jugendstil und Symbolismus beeinflusst. Munthe wuchs auf dem Arzthof Alfheim in Elverum auf, wo sein Vater Kreisarzt war. Er war eines von 13 Geschwistern und erlebte eine starke innere Einheit. Munthe entwickelte schon in jungen Jahren ein Interesse am Zeichnen und war auch von der Natur und dem Volksleben auf den Gehöften fasziniert. Ab 1863 ging er in Christiania zur Schule, und die Ferienreisen nach Elverum und ein Ausflug zu seinem Onkel nach Sogn im Jahr 1869 gaben ihm Übung in der Beobachtung von Natur und Landschaft, was den Grundstein für seine spätere Karriere als naturalistischer Landschaftsmaler legte. Ursprünglich hatte Munthe vorgehabt, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und Arzt zu werden. Er legte 1868 das Examen artium und 1869 das „zweite Examen“ ab, doch in diesem entscheidenden Moment intervenierte sein Vater und schlug ihm vor, seine „Berufung als Künstler“ auszuprobieren. Munthe besuchte den Landschaftsmaler JF Eckersberg, der in Christiania eine Malschule betrieb. Eckersberg ermutigte ihn, seiner Leidenschaft zu folgen, und Munthe blieb bis 1874 sein Schüler. Nach Eckersbergs Tod im Jahr 1870 übernahmen Morten Müller und Knud Bergslien die Schule. Munthe reiste im Herbst 1874 nach Düsseldorf, um seinen entfernten Verwandten Ludvig Munthe zu besuchen, der als Landschaftsmaler bekannt war. Dieser Aufenthalt inspirierte ihn zum Malen und er malte ein großes Gemälde mit dem Titel „Folk som ryrder Nyland“ (1876). Nach einem Jahr zu Hause beantragte Munthe das staatliche Reisestipendium für eine Auslandsreise zur weiteren Ausbildung. Er wollte nach Paris, aber aufgrund der hohen Kosten für die Anmietung von Studios und Models ging er stattdessen nach München. Munthe wurde zu einer führenden Persönlichkeit des Münchner Künstlermilieu. Von 1878 bis 1879 war er dort Vorsitzender der Nordischen Vereinigung und freundete sich mit Erik Werenskiold an, einem weiteren besonderen Führungstyp. Er nahm an keiner Lehrtätigkeit an der Akademie der Künste teil, sondern orientierte sich an den Museen. In München malte er über 70 Ölgemälde, die fast alle auf der Grundlage norwegischer Studien komponiert wurden. Sie haben oft eine dunkle Stimme und ein längliches Format mit einem poetischen Unterton.