Kategorie: Giovanni Battista Piranesi

Kategorie: Giovanni Battista Piranesi

Giovanni Battista Piranesi war ein italienischer Künstler, der sich auf Kupferstich, Radierung und Architektur spezialisierte. Er ist vor allem für seine großen Illustrationen des klassischen und zeitgenössischen Roms und seiner Umgebung bekannt, die zur Aufwertung der Stadt und zum Aufstieg des Klassizismus beitrugen. Piranesi kam 1740 als Zeichner des venezianischen Botschafters in der Stadt nach Rom. Er studierte bei den führenden Illustratoren und ließ sich ab 1745 dauerhaft in Rom nieder. Hier entwickelte er seine eigene Kupferstichtechnik mit reichen Texturen und kräftigen Kontrasten zwischen Licht und Schatten. Er schuf etwa 2.000 solcher Stiche. 1745 veröffentlichte er Carceri d'Invenzione, phantasievolle Bilder von Gefängnissen, und dann römische Veduten (lebensechte Landschaftsgemälde), in denen malerische Ruinen die Hauptrolle spielten. Die Bilder zeichnen sich insbesondere durch ihre fantasievolle Raumwirkung aus. 1756 erschien sein vierbändiges Werk Antichità Romane, zusätzlich zu den Serien Vedute di Roma (Einzeldruck 1748–1778) und Die griechischen Tempel in Paestum (1777–1778). Seine Präzision, gepaart mit dramatischem Ausdruck, machen seine Drucke zu bemerkenswerten Darstellungen der Architektur. Damit einher gingen archäologische Ausgrabungen. Er wandte sein Wissen auf einen reichen, antiken Dekorationsstil an. Im Zusammenhang mit seiner Antikensammlung begann er ab 1768 mit der Herausgabe von Vasi, Kandelabern, Cippi, Sarkophagen, Tripoden usw., die für die Entstehung des späteren Empire-Stils von großer Bedeutung sein sollten. Seine Produktion erreichte etwa 1.000 Grafikzeitschriften. Seine Söhne Francesco und Pietro sowie seine Tochter Laura führten den Kupferstichbetrieb weiter. Als Architekt entwarf er nicht viele Gebäude, aber seine Piazza dei Cavalieri di Malta (1765) auf dem Aventin-Hügel in Rom weist seinen typischen malerischen Stil auf. Der Platz verfügt außerdem über ein Tor mit einem berühmten Guckloch, durch das Sie durch einen Gartenweg den Petersdom als Blickfang sehen können. Er entwarf auch die Villa del Priorato di Malta und die Kirche S. Maria del Priorato (1765), die ein frühes und exquisites Beispiel des Klassizismus darstellt.